Kennen Sie Eric Schmidt?
Vielleicht nicht.
Aber Google kennen Sie mit ziemlicher Sicherheit.
Schmidt war damals CEO des Unternehmens.
2009 wurde er in einem CNBC-Interview gefragt, ob Menschen Google ihre persönlichen Informationen tatsächlich wie einem vertrauenswürdigen Freund anvertrauen sollten.
Seine Antwort wurde berühmt:
“If you have something that you don't want anyone to know, maybe you shouldn't be doing it in the first place.”
Sinngemäß:
Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht möchten, dass andere davon erfahren, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Natürlich.
Es ist eine Variante des wohl bekanntesten Satzes jeder Datenschutzdiskussion:
„Ich habe doch nichts zu verbergen.“
Aber Privatsphäre hat nichts damit zu tun, etwas Verbotenes zu tun.
Sie schließen die Badezimmertür vermutlich trotzdem.
Sie verschicken Briefe in einem Umschlag.
Sie erzählen Ihrem Arbeitgeber nicht automatisch dasselbe wie Ihrem Partner.
Und vielleicht möchten Sie auch nicht, dass ein Unternehmen dauerhaft weiß, wonach Sie nachts gesucht haben.
Nicht weil Sie ein Verbrechen begangen haben.
Sondern weil es niemanden etwas angeht.
NoData // Souveränitätscheck
Die entscheidende Frage lautet nicht:
„Was haben Sie zu verbergen?“
Sondern:
„Warum sollte jemand das Recht haben, alles über Sie zu wissen?“
Privatsphäre schützt nicht das Verbrechen.
Privatsphäre schützt den persönlichen Raum.
Und wer diesen Unterschied nicht macht, stellt die falsche Frage.
Quellen
- Electronic Frontier Foundation, 10. Dezember 2009: Google CEO Eric Schmidt Dismisses the Importance of Privacy
https://www.eff.org/deeplinks/2009/12/google-ceo-eric-schmidt-dismisses-privacy - Videoausschnitt des CNBC-Interviews: Google CEO Eric Schmidt on privacy
https://www.youtube.com/watch?v=A6e7wfDHzew
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